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TEXT WOLFMAYR

Das Plastische als Sehnsucht  
Viel Humor, eine sinnliche Stimme und die Kraft einer Löwin, das teilt sich einem auf der Stelle mit, wenn man das Glück hat, Heidi Inffeld kennen zu lernen.

Bienvenido, Benvenuti, Welcome wird man auf ihrer Homepage begrüßt.
Dass sie intensive Kontakte nach Lateinamerika hat, erfährt man schnell.

Geboren 1953, an einem 13., wie sie betont, ist Heidi Inffeld seit vielen Jahren der Oststeiermark verbunden und werkt in einem Atelier in Axbach, zwischen Kirchberg und Paldau, wenn sie nicht gerade auf einer Vernissage in Graz auftaucht, wo sie jetzt auch lebt und jobbt, bei einer Unternehmungsberatungsfirma, deren Spezialität u.a. modernes und informatives Web Design ist.

Mutter zweier erwachsener Kinder, Norman und Gloria, initiiert sie eine Menge Projekte, über die man sich Einblick verschaffen kann über die exzellent aufbereiteten Websites. Zeichnen gehört seit ihrer Kindheit zum Alltag, aber sobald sie begann, auf eigenen Füßen zu stehen, tauchte sie "in die Üppigkeit der Farben ein".

Ausstellungen in Urbino und Marburg, in Helsinki, Rom und Rio, in Wien, Graz, Kapfenberg und Gleisdorf, in Japan, Den Haag und China folgten. Einige ihrer Werke sind im Besitz von Peking oder Salvador.

Heidis Geschichte wird von ihr selbst in die Nähe des Mysteriums gerückt.
Planeten spielen eine nicht unwesentliche Rolle in ihrem Leben.

Die Beschäftigung mit dem Räumlichen faszinierte sie, die Erweiterung in virtuelle Räume war logische Folge.
Weit der Spannungsbogen von den ersten Bronzen der 80er Jahre zum Holz, dann zur Kombination von Holz und Stahl in den 90ern.

Sie verknüpft Gegensätze, das Weibliche und das Männliche, Bindungen und Beziehungen, das Mars- und das Venusprinzip sind ihr Thema, immer lebendig.
Auch Holz arbeitet und lebt, sogar nachdem es seine Wurzeln verloren hat, und Stahl ist ihr kein toter Stoff.
Sie arbeitet gern in der freien Natur. Kombiniert Erde, Pflanzen mit Objekten, Abstecher in die Druckgraphik und Lithographie sind weitere Wegzeichen.

Der Weg selbst ist immer ein spiraliger, organisch sich entwickelnder. Nicht von A nach B geht Heidi Inffeld, bei all der enormen Zielstrebigkeit, die sie auszeichnet, nein, sie verwendet A + B und vielleicht auch X auf ihre ureigene, elementare und unbekümmerte Art.

Auch als Autorin betätigt sie sich. Es gibt ja so viele Medien, und ob Lyrik und Reportage, Heidi ist immer unterwegs. Neben laufenden Ausstellungen initiiert sie praxisorientierte Vorhaben, mit anderen, im Team.

Da gibt es die Formation Donna Mobile, 5 Frauen und ihr Projekt "Supernova", als Stern mit großer Masse von "gehabtem Leben". Ein Aufleuchten vor dem Vergehen läßt die Umgebung erstrahlen, wobei ungeheure Mengen kreativer Energie frei werden, die sich in den Nachkommen weiter entwickeln.

Oder das Projekt "Garten" als Frauensache und Symbol, denn auch hier herrscht nur scheinbar Frieden, obwohl Harmonie das Ziel ist. Natur hat nichts Liebliches, der Kampf ist hart und besteht aus Abgrenzen und Eindämmen, aus Wachsamsein. Beständig ist einzig der Wandel, mit Oasen als Rastplätzen.

Wie "rincón", dem geplanten "stillen Winkel" für den Austausch von spanischen und lateinamerikanischen Literaten mit deutschsprachigen.
Oder Chile, mit dessen ehemaligem Botschafter sie eine lange Freundschaft verbindet.
Oder China als Synonym für ständigen Fluß von Menschen, Landschaft, Kultur, wo sie auf der Mauer und dem heiligen Berg Tai' san gestanden ist, dem Ursymbol des von ihr gern zitierten 5000 Jahre alten I Ging.